Mit diesen Projekten fördert Interreg die Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie

Mit 359 Millionen Euro fördert Interreg noch bis Ende 2020 verschiedene strukturpolitische Projekte im Großraum der EU. Eine Reihe von Projekten widmet sich speziell der Kooperation zwischen Unternehmen und Hochschulen - Innovationspotenziale sollen stärker ausgeschöpft werden.



Interreg ist eine Programmreihe der Europäischen Union mit dem Ziel, regionalen und lokalen Akteuren bei der Planung und Umsetzung strukturpolitischer Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit zu unterstützen. Gefördert wird die Gemeinschaftsinitiative durch den European Regional Development Fund mit 359 Millionen Euro im Zeitraum von 2014 bis 2020. Eine Projektfamilie befasst sich speziell mit der Kooperation zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. In regelmäßigen Abständen werden die bisherigen Projektergebnisse von den teilnehmenden regionalen Akteuren in Form von Policy-Briefs, Best-Practice Beispielen und Aktionsplänen zusammengefasst:


INNOHEIS: Durch das Programm INNOHEIS soll die Rolle von Institutionen der höheren Bildung (Universitäten und Hochschulen) sowie ihre Forschungs- und Innovationsinfrastruktur ausgebaut werden. Hierfür werden bereits in den Bildungsinstitutionen Kreativität und Unternehmertum gefördert und Studierende erhalten die Gelegenheit, ihr Wissen in praktischen Forschungsprojekten anzuwenden. Dabei profitieren Studierende von frühen praktischen Erfahrungen, Unternehmen von den innovativen Ideen junger Menschen und Bildungseinrichtung ihrerseits von externen Ressourcen der Privatwirtschaft. Um diese Prozesse zu optimieren werden bis 2023 jeweils sieben Studienbesuche, interregionale Workshops und Peer Reviews stattfinden. Ziel ist es, bis Programmende mindestens 16 Good Practice Beispiele zu veröffentlichen und 210 Beteiligte zu schulen. Um über aktuelle Publikationen und Ergebnisse informiert zu werden, können Sie den INNOHEIS Newsletter abonnieren.



BeyondEDP: Das Projekt „Beyond EDP“untersucht unterschiedliche regionale Innovationsstrategien der teilnehmenden Akteure, um potentielle Mängel zu identifizieren, zu beheben und letztendlich den Einsatz von EU-Struktur- und Investitionsmitteln (ESIF) zu optimieren. Das Projekt baut auf dem umfassenden Strategiepapier der Europäischen Union zur Verbesserung von Forschungs- und Innovationsprozessen in strukturschwächeren Regionen (RIS3) auf. Die Strategien richten sich an regionale Entwicklungsexperten, Politiker und Fondmanager, um ihnen Perspektiven für die zukünftige Organisation von Forschung und Innovation aufzuzeigen. Sie gliedern sich dabei in sechs Schritte:


1. Analyse des innovativen Potenzials einer Region

2. Ausrichtung der RIS3 Prozesse und Regierungsmechanismen

3. Entwicklung einer gemeinsamen Vision

4. Definition von Prioritäten

5. Definition eines Aktionsplans mit kohärentem Policy-Mix

6. Aufzeichnung und Bewertung


Der Guide to Research and Innovation Strategies for Smart Specialisations wird kontinuierlich geupdated und bietet einen Überblick über die Innovationsprojekte der Europäischen Union. Ein wichtiger Bestandteil hiervon ist der EDP-Prozess (Entrepreneurial Discovery Process), der dazu dient, neu aufkommende Ideen und Technologien aufzuspüren und die beteiligten Akteure (KMU, Wissenschaftler, Hochschulen etc.) bei der Umsetzung zu unterstützen. Dabei übernehmen Universitäten neben ihrer Funktion als Bildungs- und Forschungsinstitution auch Aufgaben als Transferstelle für die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Beispielsweise können sich durch Startup-Programme und Transferveranstaltungen spontan neue Ideen und kreative Impulse entwickeln. Zahlreiche Good-Practice Beispiele sind bereits aus dem Projekt hervorgegangen, welche sie online abrufen können. Um über weitere Ergebnisse auf dem Laufenden zu bleiben, ist eine Anmeldung für den BeyondEDP Newsletter möglich.



HIGHER: Das Programm HIGHER verfolgt ein ähnliches Ziel und möchte das Innovationsumfeld verschiedener EU-Regionen im Rahmen der Smart Specialization Strategy verbessern. Der Fokus liegt dabei auf dem Austausch von Erfahrungen und Good-Practice Beispielen für das Management und die Implementierung von regionalpolitischen Instrumenten, die zur Kooperation zwischen Forschungszentren und Industrie führen. Konkret sieht das so aus: 9 Partnerinstitutionen aus 8 EU-Regionen erproben jeweils ein Politikinstrument zur Steigerung der Kooperation zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. Die gesammelten Erfahrungen werden dann gemeinsam analysiert und es wird versucht einen effektiveren Implementierungsprozess mit den besten politischen Instrumenten zu bilden. Um kein Projektupdate zu verpassen, ist auch hier eine Anmeldung zum Newsletter möglich.



INKREASE: Auch INKREASE möchte die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschulen verbessern und greift dazu auf eine Vielzahl an Maßnahmen zurück: Ob Workshops, Lehrveranstaltungen, Austauschprogramme von Mitarbeitern oder Peer Reviews (die Bewertung einer Arbeit durch andere Personen mit ähnlichen Kompetenzen) – INKREASE setzt auf Kommunikation und enge Informationsnetzwerke. Bereits über 500 Startups sind registriert, von denen 200 mit individuellen Beratungsangeboten unterstützt wurden. Bis 2018 wurde außerdem Trainingsmaterial für 130 Studenten und Schüler bereitgestellt. Im April 2019 trat das Programm dann in seine zweite Phase ein, in der es nun gilt, die gesammelten Erfahrungen und Good-Practice Beispiele dauerhaft zu implementieren. Anhand der gesammelten Daten wurde im Januar 2020 ein exemplarischer Aktionsplan für die Durchführung von regionalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten veröffentlicht.



INNOBRIDGE: Bei dem Programm INNOBRIDGE liegt der Fokus genau auf dem Punkt, an dem es in der EU im Vergleich zu USA noch zu haken scheint: Der Umwandlung wissenschaftlicher Erkenntnisse in unternehmerische Erfolge. INNOBRIDGE möchte kleinen und mittelständigen Unternehmen daher eine Brücke zu der Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur von Universitäten und Hochschulen bauen und so Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit steigern. Aktuell befindet sich das Programm in seiner zweiten Phase in der die gesammelten Erfahrungen in konkrete Aktionspläne umgesetzt und dann implementiert werden. Für einige Regionen wurden bereits spezifische Aktionspläne veröffentlicht, an denen Sie sich in Ihrer eigenen Planung orientieren können. Außerdem wird in einem Video das Good-Practice Beispiel der Sofia Development Association vorgestellt.



ECORIS3: Forschungseinrichtungen und RTOs (Research and Technological Organisations) produzieren eine große Menge an Wissen und Innovationen – der Transfer dieser Forschungsergebnisse ist ein Schlüssel zu Wachstum und Wohlstand. Daher unterstützt ECORIS3 die Vernetzung von regionalen Akteuren, um den Austausch von Wissen untereinander auszubauen. Hierzu wurde bereits eine Reihe von Workshops, Seminaren und Studien durchgeführt. Das Ziel des Projekts, welches noch bis Dezember 2021 läuft, ist die Veröffentlichung einer Peer Review zu dem Thema „The role private and public stakeholders play in the local ecosystem in order to absorb innovation” sowie die Erstellung von 7 Aktionsplänen und 64 Good Practice Beispielen.



TRACS3: Regionale Infrastrukturen für Forschung und Innovation sind das Rückgrat eines dynamischen Wirtschafts- und Wissenschaftssystems. Daher sucht TRACS3 für regionale Akteure nach Möglichkeiten ihre Innovationskapazitäten auszubauen. Hierbei stellt sich häufig die grundsätzliche Frage: „Was braucht es, um ein umfassendes Innovations- und Forschungsnetzwerk aufzubauen?“ oder „Wie lässt sich interregionale Kooperation organisieren?“. Dort setzt TRACS3 an und gibt Impulse für die Wissenschaftskooperation innerhalb einer Region sowie für interregionalen Austausch. In diesem Prozess sollen unter anderem 51 interregionalen Lernevents stattfinden, 7 Aktionspläne verfasst werden und 95 Personen geschult werden. Der aktuelle Newsletter informiert über bisherige Fortschritte.



Gemeinsam stellen diese Projekte einen bedeutenden Schritt hin zu einem Europa der überregionalen Kooperation dar. Um soziale Spaltung zu vermeiden, dürfen sich Förderprogramme nicht nur auf urbane Innovationszentren konzentrieren, sondern müssen in ganz Europa Perspektiven für Forschung und Entwicklung schaffen. Um ein besonders spannendes Projekt handelt es sich bei PUSH.GR, einer Plattformlösung zur interaktiven Zusammenarbeit zwischen Unternehmer*innen sowie Studierenden. Erfahren Sie in unserem Artikel mehr über dieses innovative Projekt, das mehrsprachige Vernetzung und innovative Unternehmensgründungen ermöglichen soll. Einen Ansatz, welcher sich primär an KMU und Forschungseinrichtungen richtet verfolgt Edecy mit seiner Plattform für Forschungskooperationen. Hier können Unternehmen mit spezifischen Suchanzeigen fachlich geeignete Hochschulen oder Institute finden, sich mit ihnen vernetzen und ihre Innovationsfähigkeit steigern.

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Firmensitz: Chausseestr. 88, 10115 Berlin, Deutschland

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