Funktionale Nahinfrarotspektroskopie zur Untersuchung unbewusster Prozesse - InnoKatalog #18

Aktualisiert: März 31


Zusammenfassung

Ein neuartiges mobiles bildgebendes Verfahren ermöglicht es, neurowissenschaftliche Forschung außerhalb des Labors durchzuführen. Das Einsatzspektrum der Gehirnforschung wird damit um anwendungsorientierte Forschungsszenarien erweitert, was die externe Validität dieser Methoden erhöht.




Problemstellung

Neurowissenschaftliche Instrumente werden eingesetzt, um die unbewusst ablaufenden Prozesse im menschlichen Gehirn verbessert zu untersuchen. Hinweise auf die unbewussten Reaktionen und Präferenzen der Proband*innen können durch solche Verfahren erhoben werden. Das bisher am häufigsten zum Einsatz kommende bildgebende Verfahren ist die funktionale Magnetresonanztomographie (fMRT). Aufgrund der hohen Kosten lässt sich nur eine geringe Probandenzahl untersuchen. Ebenso werden mit dieser Methode wenig realistische Laborbedingungen geschaffen.


Lösungsansatz & Vorteile

Die funktionalen Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) ist ein invasives, optisches bildgebendes Verfahren, welches auf Grundlage der neurovaskulären Kopplung die sich verändernden optischen Eigenschaften des zerebralen Blutflusses abbildet.

Dafür wird ein mit nahinfraroten Lichtquellen und Detektoren versehenes Stirnband auf den Kopf der Proband*innen gesetzt. Das nahinfrarote Licht durchdringt das Gewebe, wird nach Absorption durch Oxy- bzw. Deoxyhämoglobin gestreut und tritt an anderer Stelle wieder aus. Aus dem Verhältnis von eingestrahlter zu austretender Lichtmenge werden Rückschlüsse auf die Veränderungen des zerebralen Blutflusses gezogen. Die relativen Unterschiede der Sauerstoffkonzentration werden anschließend in einem 3D-Modell des Gehirns abgebildet.


Die Vorteile sind dabei die Toleranz hinsichtlich Körper- und Kopfbewegungen, die es ermöglichen, dass das Instrument in realen Lebenssituationen bei freier Beweglichkeit der Personen angewendet werden kann. Ebenso ist es nicht-invasiv, schmerz- und nebenwirkungsfrei. Aufgrund der geringeren Kosten können eine Vielzahl von Proband*innen ohne großen Aufwand untersucht werden.

Die Anwendungsmöglichkeiten liegen in der Neurowissenschaft: Von Neurolinguistik, Neurowissenschaftliche Persönlichkeits-, Geschlechter- und Altersforschung über Neuroökonomische Fragestellungen zum Neuromarketing bis hin zu den psychologischen Forschungen.


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Entwicklung von: Universität Göttingen

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