Wissenstransfer

Was ist Wissenstransfer?

Als Wissenstransfer bezeichnet man in Wirtschaft und Wissenschaft den Austausch und die Weitergabe von Wissen innerhalb einer Organisation. Es kann grundsätzlich zwischen dem zufälligen Transfer von Wissen durch den generellen Austausch zwischen Mitarbeitern und einem systematischen Wissenstransfer durch institutionalisierte Mechanismen unterschieden werden. Der Wissenstransfer stellt einen wichtigen Teil des Wissensmanagements einer Organisation dar.

Welche Formen des Wissenstransfers gibt es?

Der Transfer von Wissen kann seiner Form nach zwischen personifiziertem Wissenstransfer und kodifiziertem Wissenstransfer unterschieden werden:

Personifizierter Wissenstransfer: Im Rahmen von regelmäßigen Team-Meetings oder Transferveranstaltungen kann auch der persönliche Austausch von Know-How systematisiert werden. Ziel ist es, dass Wissensressourcen in der Organisation ideal verteilt werden, damit bei bereichsübergreifenden Projekten eine Kooperation problemlos stattfinden kann.

Kodifizierter Wissenstransfer: Von einem kodifizierten Transfer von Wissen spricht man bei der Verwendung von Informations- und Kommunikationssystemen. Besonders Datenbanken mit Informationsquellen, Kontaktdaten oder Bedienungsanleitung für die Verwendung von Programmen oder Tools sind hierbei von Bedeutung.

Darüber hinaus lässt sich der Transfer von Wissen anhand der beteiligte Akteure unterscheiden: Grundsätzlich kann ein Wissenstransfer innerhalb der eigenen Organisation (interner Wissenstransfer) und mit anderen unabhängigen Organisationen stattfinden (externer Wissenstransfer).

Interner Wissenstransfer: Beim internen Wissenstransfer steht die Sicherstellung eines aufeinander abgestimmten Arbeitens im Fokus. Die Informationen aus anderen Fachbereichen können inspirieren und Denkanstöße geben. In der Regel sind sie aber nichts Geringeres als eine essentielle Voraussetzung für den regulären Organisationsbetrieb in einer interdisziplinären Welt.

Externer Wissenstransfer:  Der externe Wissenstransfer bietet Beteiligtem nicht nur die Möglichkeit interne Wissensressourcen effizient zu verteilen, sondern sie komplett neu in die Organisation hineinzutragen. So kann der Austausch mit Zulieferern und Kunden sehr wertvoll sein und sowohl helfen Kundenbedürfnisse besser zu verstehen als auch Verbesserungspotenziale in Produktionsketten aufdecken. Auch der Austausch mit anderen Institutionen der Wirtschaft und Wissenschaft kann wertvolle Wissensressourcen erschließen. Während sich als Unternehmen unkompliziert von Forschungsergebnissen der wissenschaftlichen Institutionen profitieren lässt, können Universitäten und Hochschulen mit der Praxiserprobung ihrer theoretischen Inhalte Drittmittel akquirieren.

Unternehmenskultur

Info-Box: Beim Wissenstransfer und Wissensmanagement kommt es, wie der Name schon sagt, auf das Wissen an. Es ist daher sicherzustellen, dass innerhalb einer Organisation die Verantwortlichkeiten ausschließlich aufgrund individueller Wissensstände verteilt werden und unabhängig von der jeweiligen Position im Unternehmen. In diesem Zusammenhang bieten sich flache Hierarchien an, die für eine zwanglosere Kommunikation sorgt und die Kompetenzen der Teammitglieder in den Vordergrund rückt.

Warum ist ein systematischer Wissenstransfer wichtig?

Im digitalen Zeitalter wandeln sich Kundenbedürfnisse und Arbeitsinhalte schneller als je zuvor. Daher wird ein lebenslanges Lernen immer wichtiger, das sich nicht zu sehr auf einen Fachbereich beschränkt. Ein stetiger und verinnerlichter Wissenstransfer mit Kollegen, Kunden und externen Partnern kann daher zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen für Unternehmen führen und ihre Innovationsfähigkeit steigern.

Besonders wenn eine wichtige Führungskraft das Unternehmen verlassen sollte, können sich Wissensdatenbanken und informierte Kollegen als lebenswichtig für eine stabil fortlaufende Produktivität und interne Organisation sein.

Technische Tools des Wissenstransfers

Info Box: Zur erfolgreichen Implementierung von Prozessen des Wissenstransfer, besonders in größere Unternehmen, bedarf es der Unterstützung durch technische Tools und Softwareprogramme. So ist eine anschauliche Visualisierung bei Lernprozessen hilfreich. Außerdem muss die Nachvollziehbarkeit interner digitaler Wissenssammlungen gewährleistet sein, damit Mitarbeiter sich intuitiv zurechtfinden können. Es bietet sich beispielsweise ein Unternehmenswiki als Datenbank an, in dem Fachbegriffe und Zusammenhänge systematisch erfasst sind.

Wie läuft ein effektiver Wissenstransfer ab?

Häufig versuchen Organisationen Mängel im Wissensmanagement durch gelegentliche Lernveranstaltungen und Seminare von externen Dienstleistern auszugleichen. Das deckt bestehende Wissenslücken aber erst mit zeitlicher Verzögerung und kann keine organisationsspezifischen Informationen vermitteln – Lerninhalte bleiben ihrem allgemeinen Anspruch verhaftet.

Stattdessen muss der Wissenstransfer in einer dynamischen Arbeitswelt kontinuierlich und systematisch stattfinden. Hierbei ist es wichtig, fachbereichsspezifische Verantwortlichkeiten zuzuweisen und damit Wissensträger zu identifizieren sowie Mechanismen für eine passgenauen Aufbereitung des Wissens zu entwickeln. Auf  der anderen Seite müssen Prozessreflexionen und Feedbackschleifen eingeführt werden, die Transferhemmnisse und Verbesserungspotenziale aufzeigen.

The Skill Revolution

Lesetip: Eine Studie des Weltwirtschaftsforums in Davos kam 2017 zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmer sich im Zuge der Digitalisierung auf ein lebenslanges Lernen und den Wandel ihrer Position einstellen müssen. Als Arbeitgeber gilt es demnächst vor allen Dingen seinen Mitarbeitern durch Schulungen und Fortbildung eine gute Ausgangsposition zu liefern, um auf Dynamiken des Arbeitsmarktes reagieren zu können.

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Firmensitz: Chausseestr. 88, 10115 Berlin, Deutschland

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