Forschungskooperation

Was sind Forschungskooperationen?

Als Forschungskooperation wird die partnerschaftliche Bearbeitung eines Forschungsthemas durch mindestens zwei forschungstreibende Organisationen bezeichnet. Die häufigste Form der Forschungskooperation ist die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen der Wirtschaft und universitären sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Wissenschaft. Im Zentrum der Kooperation steht der Austausch bestehender Kompetenzen und die Erarbeitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, welche den Wirtschaftspartner bei der Lösung aktueller Problemstellung unterstützen.

Kooperationen zwischen Startups und dem Mittelstand

Lesetipp: Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft untersucht die Potenziale der Kooperation zwischen Start-ups und mittelständischen Unternehmen. Demnach können Start-ups besonders von finanzieller Unterstützung und den marktnahen Erfahrungen mittelständischer Unternehmen profitieren. Auf der anderen Seite erweisen sich Kooperationen für Mittelständler insofern von Vorteil, als dass sie ihnen Zugang zu den digitalen Kompetenzen der jungen Gründer verschafft.

Welche Formen von Forschungskooperationen gibt es?

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Formen von Forschungskooperationen. Sie können besonders in Bezug auf ihre Zielsetzung, die beteiligten Akteure und die rechtlichen Vertragsbedingungen variieren. Grundsätzlich lässt sich zwischen drei Arten der Zusammenarbeit unterscheiden:

Gemeinsame Durchführung eines Forschungsprojekts: Bei der partnerschaftlichen Forschung an einem gegebenen Projekt oder Untersuchungsgegenstand verbinden die Kooperationspartner ihre jeweiligen Erfahrungen und Kompetenzen und schaffen dadurch neue Impulse und innovative Ideen. Die Zusammenarbeit zeichnet sich häufig durch eine gewisse Ergebnisoffenheit aus, kann aber auf die Lösung wirtschaftlicher Fragestellungen oder konkrete wissenschaftliche Erkenntnisgewinne abzielen.

 

Vergabe eines Forschungsauftrags: Während bei der gemeinsamen Projektdurchführung ein gegenseitiger Transfer von Wissen und Technologien erfolgt, findet dieser bei Forschungsaufträgen zumeist nur in eine Richtung statt. So leisten Wirtschaftspartner im Allgemeinen einen finanziellen Beitrag und profitieren von der Infrastruktur oder dem Know-How eines Forschungsinstituts. Die Kooperation erfolgt meistens zielgerichtet und mit mehr oder weniger klarem Ergebnisobjekt.

 

Studentische Kooperationen: Unter studentische Kooperationen fällt unter anderem das Schreiben einer Abschlussarbeit zu unternehmensrelevanten Themen oder die Durchführung wissenschaftlicher Studien mit wirtschaftlicher Zielsetzung. Dabei profitieren Studierende von frühen Praxiserfahrungen und Unternehmen kommen früh in Kontakt mit Talenten und zukünftigen Leistungsträgern.

Wie werden Forschungskooperationen gefördert?

Info Box: Im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit bis zu 380.000 Euro. Auch größere Kooperationsnetzwerke mit mind. 6 beteiligten Akteuren sind förderfähig. Hierbei sind auch internationale Kooperationsverträge eingeschlossen.

Warum Forschungskooperationen durchführen?

Unternehmen: Durch Forschungskooperationen können Unternehmen ihre internen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten beträchtlich ausbauen und vom Know-How der Hochschulen profitieren. Außerdem eröffnet die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtung neue Möglichkeiten der Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte und talentierter Studierender. Insgesamt steigern Unternehmen so langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit und erhalten die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Verwertung innovativer Forschungsergebnisse.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Durch Forschungskooperationen können Hochschulen ihre öffentliche Bekanntheit steigern und an Attraktivität für potenzielle Studierende gewinnen. Außerdem werden durch die Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern theoretische Forschungsinhalte auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und erhalten einen stärkeren gesellschaftlichen Bezug. Nebenbei akquirieren Hochschulen Drittmittel für eigene Projektideen und bauen durch wissenschaftliche Innovationen ihre gesellschaftliche Gestaltungskraft aus.

Wie werden koperative Hochschulen gefördert?

Info Box: Mit der Vereinbarung „Innovation in der Hochschule“ wurde die gezielte Förderung von Hochschulen, die eine kohärenten Strategie für die Interkation mit Wirtschaft und Gesellschaft vorweisen können, ermöglicht. Unter der Toepfer Stiftung GmbH als Trägerinstitutionen werden ihre Anstrengungen bezüglich des Wissens- und Technologietransfer zwischen Akteuren der Forschung und Entwicklung seitdem finanziell belohnt.

Wie können geeignete Partner gefunden und Kooperationen vereinbart werden?

Vertragsschließung: Um eine effektive Zusammenarbeit mit zufriedenstellenden Ergebnissen für alle Beteiligten sicherzustellen, ist es unerlässlich Kernpunkte der Kooperation vertraglich festzuhalten. In einem Kooperationsvertrag sollten Fragen des Wettbewerbs, des Zugriffs auf Ideen und Patente sowie der Verteilung entstehender Gewinne beantwortet und früh schriftlich fixiert werden. Eine gute Hilfestellung bieten die Mustervereinbarungen für Forschungs- und Entwicklungskooperationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Partnersuche: Bei der Suche nach geeigneten Forschungspartnern wird aktuell häufig auf bestehende Unternehmenskontakte und Netzwerke zurückgegriffen. Außerdem unterhalten einige Universitäten entsprechende Forschungsdatenbanken, in denen sich Unternehmen über ihre Kompetenzen und Kooperationsangebote erkundigen können. Auf der Forschungsplattform EDECY werden Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen eines intelligenten Matchmaking-Prozesses zielgenau miteinander vernetzt.

Kontakt

Firmensitz: Chausseestr. 88, 10115 Berlin, Deutschland

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